„Unsere Vision“ oder

„Warum wir das tun, was wir tun“

Flüchtlinge kommen aus verschiedenen Gründen nach Europa, sei es auf Grund von Kriegen, politischer oder religiöser Verfolgung oder weil  ihnen in ihrem eigenen Land die Grundlage ihrer Existenz entzogen wurde.

Wir möchten diese Menschen, die oftmals traumatische Ereignisse hinter sich haben, bei der schwierigen Aufgabe unterstützen, sich in ein fremdes Land zu Integrieren. Dieser Zweck, die kulturelle und soziale Integration von Asylbewerbern in Deutschland, sowie ihre sprachlichen Fähigkeiten zu fördern, wird vor allem durch ein individuelles Eins-zu-Eins Mentoring zwischen einem Asylbewerber (Mentee) und einem gleichaltrigen Schüler, Studenten oder Berufstätigen (Mentor) verwirklicht.

Während wir durch politische Bildungsarbeit auf die generelle Situation der Geflüchteten in Deutschland aufmerksam machen, stehen im Fokus unseres Mentoringprogramms vor allem unbegleitete, junge Erwachsene..

Sich als junger Erwachsener in den Wirren des Lebens zurecht zu finden ist ohnehin nicht leicht. Der Verlust von Heimat, Freunden und Familie macht es noch schwieriger. Da es aber oft, kaum oder wenig Angebote für diese Gruppe von Flüchtlingen gibt, sehen wir hier besonderen Handlungsbedarf. Wir wollen jungen Geflüchteten Mut geben, sich in dieser besonderen Situation zurecht zu finden. Zu den Aufgaben, die sie bewältigen müssen, gehört nicht nur, ein komplett neues Leben aufzubauen, neue Hobbies zu entdecken oder neue Freunde zu finden, dazu gehört auch berufliche Orientierung sowie das Entdecken der eigenen Potentiale und Möglichkeiten.

Oft hatten Flüchtlinge vor ihrer Flucht bereits einen Beruf, ein Studium oder eine Ausbildung angefangen die sie aufgeben mussten.  Da die Wenigsten Zeugnisse auf ihrer Flucht mit sich führen können, müssen sie in Deutschland quasi “ganz von vorn”  anfangen.

Hinzu kommen weitere Schwierigkeiten: das Erlernen einer fremden Sprache und in vielen Fällen Konzentrationsschwierigkeiten als Folge eines Traumas durch das Erlebte. Dies ist oft frustrierend und benötigt viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Die derzeitigen Bilder aus verschiedenen Länder, die sich uns in den Medien bieten, können einschüchtern, Angst machen und auch das Gefühl einer Überforderung aufkommen lassen. Die aktuelle Situation ist sicherlich auch eine Herausforderung, aber gleichzeitig eine Chance, zu zeigen, dass wir bereit sind, es mit dieser Herausforderung aufzunehmen.

Die  Herausforderung liegt dabei nicht nur in der Integrationsarbeit sondern auch in dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Niemandem wird in Deutschland eine Sozialleistung vorenthalten, weil es “zu viele Flüchtlinge gibt”. Trotzdem versuchen einige Gruppierungen und Parteien diesen Eindruck zu erwecken. Verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen war schon immer eine einfache und perfide Möglichkeit, um Emotionen zu erzeugen und Menschen zu überzeugen. Zudem kann es auch sehr bequem sein, die Schuld für die eigene benachteiligte Situation oder Fehlschläge in seinem Leben nicht selbst tragen zu müssen, sondern anderen aufladen zu können. Am leichtesten fällt das, wenn man diese “Anderen” möglichst fremd macht.

Ein effektives Mittel gegen diese Stimmungsmache und das Schüren von Angst vor dem Fremden ist, schlicht und einfach, Bildung. Deshalb sind wir durch Infostände oder Bürgerforen präsent und möchten dazu beitragen ein realistisches Bild zu vermitteln, Fragen beantworten und unbegründeten Ängsten vorbeugen.

Die größere Herausforderung ist unserer Meinung nach die Integration. Wenn unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen kommt es auch zu interkulturellen Missverständnissen. Kulturen haben unterschiedliche Normen, ein Abweichen von der eigenen Norm wird oft als eine negative Eigenschaft wahrgenommen. In den seltensten Fällen liegt einem interkulturellen Konflikt eine tatsächlich böswillige Intention seitens einem der Beteiligten zugrunde, sondern mangelnde Kommunikation. Wenn man bereit ist, eine andere Kultur kennenzulernen und eine neue Perspektive auszuprobieren, dann kann kulturelles Lernen stattfinden, das für beide Seiten bereichernd ist. Kulturelle Vielfalt ist eine interessante  und spannende Erfahrung und kein Grund zur Sorge.

Das Netzwerk Chancen gestalten verfolgt das Ideal einer Gesellschaft, die grundsätzlich jeden Willkommen heißt.